Umbau der Olympiahalle München
Die große Münchner Event-Location setzt auf
ein komplexes Projektoren-System
mit Christie Roadie-Projektoren
Für die Münchner ist ihre Olympiahalle seit der Olympiade 1972 die Event-Location schlechthin. Ob Eishockey oder Rock-Konzert, Pferde- oder Radrennen, Carmina Burana oder Dalai Lama - die Olympiahalle ist stets der richtige Rahmen. Sie fasst bis zu 14.000 Besucher in einem umbauten Raum von gut 427.000 Kubikmetern.

Nun wurden die in der Mitte der Halle installierten vier Videotafeln abgebaut und durch sechs Projektionsflächen im Rund der Halle hinter dem Publikum ersetzt. Dahinter steckte der Wunsch, die Mitte der Halle frei zu halten, damit auch große Zentralbühnen möglich sind, wie sie viele Gastspielproduktionen mittlerweile fordern.
Installiert wurden insgesamt sechs Projektionsflächen rund um die Tribünen, jeweils mit einer Bildbreite von über sieben Metern. Man entschied sich hierbei gegen LED-Wände, wie Bernd Noack von proAV Consulting in Köln, der Bauleiter für die Projektion und Regiekanzel, erklärt: „Zum einen würde die Installation von LED-Wänden mit ihrem nicht unerheblichen Gewicht direkt über der letzten Zuschauerreihe eine erhebliche statische Belastung für die freitragende Betonkonstruktion der oberen Ränge bedeuten. Weiterhin wäre die Geräuschbelästigung durch die bei LED-Wänden nach wie vor unvermeidlichen Lüfter nicht zu vernachlässigen. Dazu kommt die Frage der Verschmutzung. Die bis 2010 installierten LED-Tafeln in der Mitte der Halle mussten mindestens einmal im Jahr gereinigt werden, da spezielle Veranstaltungen wie Moto-Cross oder Reiten für eine nicht unerhebliche Verschmutzung sorgen. Die Reinigung von sechs LED-Wänden jeweils über der letzten Zuschauerreihe würde einen ziemlich großen Arbeitsaufwand verursachen."
Bespielt werden
die Flächen mit sechs Roadie HD+35K Projektoren von Christie, die laut Noack
als einzige Geräte all das mitbrachten, was für diese Installation gefordert
wurde. Entscheidend waren dabei die Helligkeit, Warping Funktion, Kontrast,
Handling, Schallschutzgehäuse und die Größe der Geräte. Kriterien, mit denen
der Roadie HD+35K punkten konnte, ist er doch der derzeit hellste HD-Projektor mit bis zu 32.500 ANSI-Lumen.
Noack ergänzt: „Auch die Kosten, das Gewicht, die Geräuschentwicklung, die Wartungsmöglichkeiten und schließlich eine sehr aussagekräftige Probeprojektion spielten eine Rolle und führten letztlich zwischen Bauherrn, Betreiber, Architekt und Planer zu einer einstimmigen Entscheidung für die Christie-Geräte."
Für die Installation der Projektoren in der Münchner Olympiahalle war die Firma Media Image aus Zorneding verantwortlich, deren Geschäftsführer Peter Mrakovits imHinblick auf die Projektoren ergänzt: "Die Christie HD+35K sind für diese Anwendung schlicht einzigartig."
Peter Mrakovits erklärt die Besonderheiten der Installation in der Münchner Olympiahalle: “Technisch gesehen war es zum einem eine besondere Herausforderung, da die Projektionen aus der Achse verschoben sind und die Projektionswinkel individuell eingestellt werden müssen. Hierfür haben wir einen speziellen Einstellmechnismus entwickelt. Zum anderen mussten die Projektoren ja mit Flug- Schallschutzgehäusen in über 20 Meter Höhe installiert werden. Wir feilten mit unseren Ingenieuren und Technikern lange an den Sicherheitsvorkehrungen, da die Projektoren über dem Publikum hängen. Durch unsere hauseigene Entwicklungabteilung wurden custom-made Schallschutzgehäuse entwickelt, die diesen speziellen Anforderungengerecht werden. Dabei ging es auch darum, die Betriebssicherheit der Projektoren durch zwei elektronisch gesteuerte Luftwege zu steigern. Die Luft-Verunreinigung in der Halle wird gemessen, bei einem bestimmten Wert wird gegebenfalls auf einen weiteren Luftweg umgeschaltet, wobei der erste Luftweg regeneriert und wieder eingespeist wird. Zusätzlich mussten wir im eigenen aber natürlich auch im Betreiberinteresse darauf achten, daß die Projektoren zur reibungslosen und schnellen Wartung gut zugänglich sind. Durch spezielle Plattformen, die frei beweglich und um 360 Grad dreh- und schwenkbar sind, kann zum Beispiel ein Lampenwechsel ohne Einsatz eines externen Kranwagens schnell und unkompliziert erledigt werden, da die Schallschutzgehäuse individuell zerlegbar sind. Ganz besonders stolz bin ich auf unser gesamtes Team, das trotz eines sehr knappen Zeitfensters das Projekt pünktlich und ohne Mängelbeanstandungen übergeben konnte."

Die nötigen
Stahlhalterungen wurden von AWN in
Nürnberg hergestellt. AWN war auch für die
Beleuchtersteg Verlängerung und die Projektionsflächen
samt Aufhängung
zuständig.
Die
Projektionsabstände in der Olympiahalle liegen
dabei zwischen zehn und 20
Metern, die verwendeten
Optiken sind zwei mal 1,8-2,4:1, 1x 2,2-3,0:1 und drei
mal 3,0-4,3:1, als Projektionsfläche dienen Alu-Blech-
Platten auf Stahlträgern,
die frei über dem Publikum
hängen und mit einer grauen Spezialbeschichtung
proFLEXX von rs-products für einen sehr hohen Bildkontrast versehen wurden. Die
Projektionsflächen mussten wegen ihrer erheblichen Größe von 7,70 m x 4,33 m
vor Ort in der Halle zusammengesetzt werden. Sie sind mit speziellen
Dämmstoffen gegen hörbare Schwingungen versehen und sehr kompakt verschraubt
und verklebt, um Risse durch Temperaturänderung zu verhindern.

Der Content selbst besteht aus HD-SDI- und HDMI-Bildern, immer Full HD mit 1080i oder 1080p.Es kommen Bilder von einem HD-Bildmischer oder der HDMI-Matrix, aber auch Live-Bilder und digitaler Content, meist Werbung, aus Zuspielern von 3-Media.
Das Team von Media Image war mit zwischen vier
und acht Mann ingesamt 45 Tage vor Ort. Dazu Bernd
Noack: "Es war alles
sehr knapp, aber letztlich hat alles ohne jegliche Probleme geklappt. Die
Zusammenarbeit zwischen insgesamt sieben Firmen, die sich den Arbeitsplatz bei
der Sanierung der Olympiahalle teilen mussten, hat hervorragend
funktioniert."
Mittlerweile wurde die Installation von den Stadtwerken München SWM übernommen, wo man ebenfalls sehr positiv überrascht war, dass trotz komplizierter Technik eine einfache Bedienung möglich ist, auch dank der sehr benutzerfreundlichen Crestron-Programmierung durch Michael Heidler von Heimedia, Erzhausen. Die ersten großen Einsätze führten das System gleich richtig aufs Glatteis: Bei den Eishockey-Spielen konnten sich die Zuschauer endlich in der ganzen Arena problemlos über die Spieldetails informieren, ohne sich den Kopf verrenken zu müssen. Große Zustimmung daher auch vom Publikum.

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